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Lass los, was nicht mehr in dein Leben gehört

Der Kreislauf der Dinge 3


Aufräumen, Kreislauf der Dinge, Ordnung, Lagom

Trenne dich von allem, das dich bremst.

- Unbekannt


Dies ist der dritte und letzte Beitrag der Kreislaufreihe und meines Erachtens auch der wichtigste. Wenn du die ersten beiden Teile noch nicht kennst, lies zuerst hier wie Dinge den Weg in dein Leben finden und hier wie du sie richtig pflegst, solange sie in deinem Leben sind.


Der dritte und letzte Teil handelt davon, wie Dinge unser Leben wieder verlassen. Doch genau an dieser Stelle hapert es bei vielen Menschen.


Unbeschwert und ziellos wird gekauft, stolz die Beute nach Hause getragen und dann in eine Ecke gestellt und vergessen. In diesem Schattendasein vegetieren die Dinge nun vor sich hin und wandeln sich zu Kram und Gerümpel, verlieren ihren Nutzen, spenden keine Freude mehr, sondern werden zu einer Belastung. Doch auch jetzt wird das Gerümpel nicht entsorgt.


Wieso halten wir an etwas fest das uns nicht gut tut?

In diesem Beitrag erfährst du

1) Der eigentliche Grund warum du etwas nicht wegwirfst

Nun schreibe ich schon den dritten Beitrag über die Dinge und plötzlich diese Behauptung: Es geht gar nicht um die Dinge selbst.


Ein Gegenstand symbolisiert für uns persönlich immer etwas anderes.


Stell dir vor, du gehst zu einem Freund nach Hause und dort steht eine leere Rotweinflasche im Bücherregal. Für dich ist das nur eine alte Pfandflasche, für ihn aber vielleicht die erste gemeinsame Flasche Rotwein aus der noch frischen Beziehung. Dein Freund sieht also nicht das Altglas, sondern seine neue Liebste im grünen Glas.


Auch ein Stofftier kann viel mehr sein, als ein Haufen Stopfwatte. Es kann selbstgenäht sein von der geliebten verstorbenen Tante oder ein Geschenk zum Geburtstag. Kartonschachteln können Recyclingmaterial sein, einfach so praktische Geschenkboxen oder müssen unbedingt wegen der Garantie behalten werden. Ich hoffe, du verstehst, was ich sagen will.



Lagom, Kreislauf der Dinge, Aufräumen, Ordnung


Es gibt 3 Hauptgründe, weshalb wir uns alle schwer tun mit Wegwerfen.


Wir glauben, durch Dinge zu anderen Menschen zu werden.


Sportschuhe machen uns weder gesund noch schlank. Ein enges Kleid macht uns nicht unbedingt attraktiv, ein teures Parfum nicht begehrenswert, ein dickes Buch nicht belesen.

Nicht die Dinge bestimmen, wie wir sind, sondern unsere Handlungen. Kauf dir Sportschuhe, aber benutze sie auch, wähle Kleidung, die zu dir passt, nicht solche, die gerade Mode ist.

Hör auf deinen Bauch und deine Bedürfnisse.


Du hasst joggen? Dann sortiere die Schuhe aus. Es gibt andere tolle Sportarten, versuche nicht dich zu etwas zu zwingen, was dir keine Freude macht.


Vielleicht bist du eher der Schwimmer, probiere es aus. Es ist einfach nur befreiend, wenn du nicht mehr für eine Wunschvorstellung von dir lebst, sondern für dich selbst.



Man nehme mehr zum Glück


Will man dazugehören, benötigt man folgendes: eine Rolex, einen Sportwagen, eine Golfausrüstung, ein Einfamilienhaus, 0.8 Kinder und 0.5 Hund, 25 Quadratmeter Rasen mit einer Palme in der Mitte. Für Status und Glück gibt es leider keine Kaufrezepte.


Leider immer noch vorherrschend bei uns ist die krank machende ‚Mehr-ist-Mehr‘-Mentalität.


Man muss immer das neuste Model haben, man muss immer das teuerste kaufen, doch wieso eigentlich? Und wer ist dieser ‚man‘ eigentlich?


Es ist ein hartnäckiger und falscher Glaubenssatz der sich in unserer Gesellschaft hält: Je mehr wir besitzen, desto erfolgreichere und bessere Menschen seien wir.

Dass Wegwerfen ein Teil eines gesunden Kreislaufes ist, wird ausgeblendet.



Wegwerfen ist Verschwendung


Auch beim Wegwerfen kommt uns wieder unser Steinzeitgehirn in den Weg. Wir sind darauf gepolt mit Mangel umzugehen. Zu wenig zu haben, ist gefährlich, deshalb ist es natürlich, an möglichst vielem festzuhalten.

‚Man kann es vielleicht noch brauchen. Wenn das alte kaputtgeht, brauche ich doch Ersatz. Irgendwann werde ich es nutzen.‘

Hast du diese inneren Dialoge auch schon geführt?

Und nun sei einmal ehrlich zu dir selbst. Wirst du wirklich auf das alte Modell zurückgreifen, wenn das aktuelle kaputt geht oder nicht eher ein neues kaufen? Welches Datum ist irgendwann, irgendwann im März, in diesem Jahr, im nächsten? Du willst es noch brauchen, weisst du auch wofür?

Mit dieser Einstellung setzt du dich selbst unter enormen Druck. Du musst es noch nutzen, du musst noch erledigen, du musst dies noch reparieren.


Tu dir etwas Gutes und belaste dich nicht mit unnötigen Projekten und Verpflichtungen.


Es ist keine Verschwendung, ein Buch ungelesen wegzugeben, wenn du dich regelrecht zwingen musst, es zu lesen. Es ist eine Erleichterung.


Und das ist der Kern des Entsorgens: dein Leben leichter zu machen.


Lagom, Aufräumen, Ordnung, Kreislauf der Dinge



2) Mit diesen 3 Tipps fällt das Entrümpeln leicht


Tipp 1 Mach dir das Wegwerfen so einfach, wie möglich


Du hast dich entschieden einen Pullover, der dir inzwischen zu eng ist, wegzugeben. Doch nun stehst du vor dem Problem, wohin mit dem Pullover, bis du Zeit findest ihn zu spenden?

Für ein einzelnes Teil lohnt es sich gar nicht wirklich aus dem Haus zu gehen. Auf dem Schuhregal stört der Pullover auch. Eigentlich stört er überall. Frustriert stopfst du ihn zuhinterst in die Kleiderschublade zurück und nimmst dir vor einmal richtig den Schrank auszumisten, dann lohnt es sich auch mit der Entsorgungstour.


Auch Gegenstände, die du aussortiert hast, brauchen einen klar zugewiesenen Ort im Haus, sonst vegetieren sie weiterhin zwischen deinem Besitz weiter obwohl du sie gar nicht mehr willst.


Räume in einem Schrank oder Abstellraum ein wenig Platz frei für Recyclingmaterial und auch für eine Spendenbox. Wenn dir ein Kleidungsstück nicht mehr passt, dann ist klar, dass es nicht mehr in deinen Kleiderschrank gehört, sondern in die Spendenbox. Nicht mehr benutztes Spielzeug, alte Dekoartikel, gelesene Bücher und vieles Mehr, was zu gut zum Wegwerfen ist, aber dir selbst keinen Nutzen mehr bringt, findet hier seinen Platz und belagert nicht mehr deinen wertvollen Wohnraum.



Tipp 2 Definiere fixe Termine für Entsorgung


Die Dinge in der Spendenbox und im Recycling sind immer noch in deinem Leben. Erst wenn du sie ausser Haus gebracht hast, sind sie dort, wo sie hingehören. Damit dies nicht vergessen geht, schreibe dir dafür regelmässig Termine in deine Agenda. Wie häufig du dies machst, kommt ganz auf dich und deine Bedürfnisse drauf an.



Tipp 3 Schau deine Sachen regelmässig durch


Was sich sowohl für den Kleiderschrank als auch für die Küche als guter Rhythmus herausgestellt hat, sind mindestens 2 fixe Termine im Jahr, an denen du deine Schränke einmal inspizierst und ausmistest. So kann sich Gerümpel gar nicht erst in deinem Zuhause niederlassen.

Lagom, Aufräumen, Ordnung, Kreislauf der Dinge

3) Schenke deinen Sachen ein zweites Leben


Hast du Mühe, dich von Dingen zu trennen, weil dich das Wegwerfen reut? Auch wenn du die Dinge selbst nicht mehr nutzt, heisst das nicht, dass sie gleich Abfall sind. Hier ist eine Auflistung, wie deine Dinge jemand anderem noch Nutzen und Freude bringen können.

  • Nippes und gut erhaltenen Kleinkram kannst du in Brockenhäusern abgeben.


  • Es gibt auch ein Brockenhaus für Pflanzen!


  • Spielsachen und Kinderartikel Kinderheime, Kinderärzte, Spitäler sind froh um Spenden. Einfach einmal nachfragen.


  • Tierheime freuen sich über Frotteetücher, ungeöffnetes Futter, Spielzeug und Transportboxen.


  • Gut erhaltene Kleidung und Schuhe, die nicht mehr passen, können in den Tex-Aid Containern abgegeben werden.


  • Brockenhäuser, Bibliotheken, Alters- und Pflegeheime nehmen unter Umständen gerne Spenden entgegen. Bücherboxen sind eine grossartige Möglichkeit, seine alten Schätze weiterzugeben.


  • Veraltete Technik ist nicht gleich Schrott. Alte Laptops, Tablets werden bei Revendo, Melectronics und anderen Anbietern entweder repariert und gespendet oder Rohstoffe werden wiedergewonnen.


  • Alte Brillen, Uhren oder Velos: Es gibt Organisationen und Läden, wie Optiker und Schmuckläden welche mit Sachspenden tolle Projekte in 3. Welt-Länder unterstützen.



Denke immer daran:

Dinge sollen dein Leben bereichern und wenn sie ihren Dienst getan haben, dann lasse sie los. Erst dann schliesst sich der Kreislauf der Dinge.


 

Verwandle dich von der Chaosqueen zum Ordnungsprofi


Keine wandernden Ablagehäufchen, kein überfüllter Kopf, kein hektisches Suchen mehr.

In meinem kostenlosen Newsletter erhältst du regelmässig Ansporn und Inputs, wie du dein Zuhause, deine Terminplanung und dein Inneres aufgeräumt und produktiv gestalten kannst.


 

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