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Bewusster Konsum dank Lagom

Verstehe, wie der Kreislauf der Dinge funktioniert und entscheide was in dein Leben kommen darf


Kreislauf der Dinge, Lagom, Einkaufen, Nein-sagen

„Denke nicht so oft an das, was dir fehlt, sondern an das, was du hast.“

―Marc Aurel



In jedem Schweizer Haushalt befinden sich durchschnittlich 10’000 Gegenstände. Dies ist eine immens grosse Zahl. Trotzdem scheint es uns nicht genug zu sein. Wir wollen immer mehr.


Ertappst du dich manchmal, wie du dich Zuhause umsiehst und überlegst, was du noch brauchen könntest, anstatt zu überlegen, was gehen kann? Ein schönes Teeservice war im Laden herabgesetzt. Die neue Saisonfarbe ist Braun, und in dieser Farbe besitzt du noch keinen Blazer. Das Standup-Paddeln in den letzten Sommerferien hat so grossen Spass gemacht, dass du eine ganze Ausrüstung haben willst.


Wie alles Leben bewegt sich auch unser Besitz in einem Kreislauf. Als Geschenk oder als Beutestück des letzten Einkaufstrips kommen die Dinge in unser Leben. Eine Zeit lang verweilen sie in unserer Wohnung, und irgendwann sind sie aufgebraucht oder abgenutzt und verlassen unser Zuhause wieder.


So ist zumindest die Theorie. Doch bei vielen von uns ist dieser Kreislauf gestört. Zu schnell und zu viel strömt in unser Leben, zu wenig verlässt es wieder. Unordnung entsteht und damit werden einst schöne Dinge zur Belastung und zu Gerümpel.


Um den Kreislauf wieder ins Gleichgewicht zu bringen, gibt es zwei Ansätze: Den Zustrom eindämmen und den Abfluss freischaufeln.

In diesem Artikel gehe ich auf den ersten Punkt ein.



Du erfährst hier:



1) Warum werden es immer mehr Dinge?


In den meisten Fällen müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Auch wenn wir nach einer Weile die Gründe, warum uns ein Pullover gefallen hat, nicht mehr fassen können, wir haben ihn gekauft und nach Hause gebracht.

Geschäfte haben das Ziel, ihre Waren an uns zu verkaufen. Damit dies möglichst gut funktioniert, haben sie Strategien entwickelt, wie sie uns beeinflussen und zum Kaufen animieren können. Einige der wichtigsten Verlockungen beim Einkaufen habe ich hier für dich zusammengefasst:


Einkaufen soll ein Erlebnis für alle Sinne sein

Geschäfte sind so aufgebaut, dass wir uns wohlfühlen; atmosphärische Musik, Gerüche, ansprechende Einrichtung. Einkaufen wird zu einem Erlebnis. Wir fühlen uns wohl und wollen dieses Gefühl aufrechterhalten. Unterschwellig wird uns versprochen mit einem Kauf dieses Gefühl behalten zu können, also greifen wir grosszügig zu.

9 auf allen Preisschildern

Preise sind selten gerundet. Wenn 99 anstatt 100 steht, haben wir unterbewusst das Gefühl, etwas günstig zu kaufen. Wenn etwas nicht so teuer erscheint, sogar als Schnäppchen angeschrieben ist, sitzt unser Geldbeutel lockerer.

Membership

Wir Menschen sind Gruppentiere, evolutionär hat dies unser Überleben gesichert. Mit Kundenkarten wird uns genau dies vorgespielt. Wir fühlen uns als Teil einer Gemeinschaft. Mit Flyern und Katalogen wird uns nun gezeigt, was ein Mitglied dieser Gruppe besitzen muss, um weiterhin dazuzugehören. Unser Steinzeitgehirn will auf jeden Fall ein Teil der Gruppe bleiben. So kaufen wir, um akzeptiert zu werden, ob wir die Dinge brauchen oder nicht.

Künstlicher Mangel

Limitierte Auflage! Nur noch wenige Stück an Lager! Dies sind schreiende Botschaften, die uns innerlich stressen. Was vorher nicht als wichtig erschien, scheint plötzlich das Wertvollste überhaupt zu sein. Wir gieren danach, wollen es besitzen. Denk nur an das Klopapierfiasko aus 2020 zurück.

Beim Kaufen sparen

Rabattcoupons, Grosspackungen, Sets oder drei zum Preis von zwei: Was nach einem guten Deal klingt, ist für uns nicht gut. Wir kaufen zu viele Vorräte, die dann verderben, nehmen Dinge noch dazu, die uns gar keine Freude machen, sehen nur den Preis und nicht mehr das Produkt.

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2) Wie kannst du nun den Zufluss an Dingen steuern?


Einkaufen

Es ist nicht möglich, nichts mehr zu konsumieren. Dein Ziel ist ein bewusster Konsum. Das beste Mittel dafür ist, dass du wieder lernst, auf deine Bedürfnisse zu hören. Stelle dir dazu immer, wenn du einen Kaufreflex hast, folgende Fragen, damit der Gegenstand einen würdigen Platz in deinem Leben erhält und nicht zur Belastung wird:

  • Besitze ich schon etwas Ähnliches?

  • Wo werde ich es Zuhause versorgen?

  • Wie oft werde ich es benutzen?

  • Wieviel Vorrat ist wirklich sinnvoll?

  • Welchen alten Gegenstand werde ich gegen dieses neue Stück austauschen?

  • Wie lange muss ich dafür arbeiten? Kann ich es mir leisten?

  • In welcher Stimmung bin ich gerade? Warum will ich es haben?

Bereite dich auch sonst auf deinen Einkauf vor

  • Mach dir klar, dass du ab jetzt dein Verhalten konsequent änderst.

  • Schreib einen Einkaufszettel.

  • Gehe immer gezielt einkaufen und nur, wenn du wirklich etwas brauchst.

  • Hast du etwas gegessen und genug getrunken? Bist du gestresst, wütend oder traurig? Nur mit genügend Energie kannst du fokussiert sein und deinen Einkauf entspannt tätigen.

  • Kenne deine Grenze Setze dir eine fixe Limite, wie viel du ausgeben möchtest.

  • Lehne Rabattheftchen, Flyer und Prospekte ab. Sie wollen dich zu Sachen verführen, die du nicht wirklich brauchst.

  • Gehe im Geschäft nur in die Abteilungen, aus welchen du etwas benötigst.

  • Bleib konsequent. Du hast nur das Beste verdient, sei deshalb wählerisch.

  • Kaufe nur die Menge, die du benötigst, eröffne zu Hause keinen Kleinladen.

  • Verzeihe dir, wenn du wieder einmal rückfällig geworden bist. Daraus lernst du und wirst beim nächsten Mal klüger handeln.


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3) Wie finden Dinge sonst noch den Weg in unser Zuhause?

Geschenke

Viele Menschen wissen nicht, was dir wirklich Freude bereitet. So greifen sie zu allgemeinen Klassikern wie Kerzen, Badesalz oder Schals. Kommuniziere offen, was du dir wünschst und brauchst, so vermeidest du Staubfänger zu Hause, die du nur aus schlechtem Gewissen behältst. Ein schöner Brauch ist auch das Schenken von Erlebnissen. Anstatt sich gegenseitig Dinge zu schenken, wünsche dir einen gemeinsamen Ausflug, ein Essen oder einfach ein gemütliches Zusammensein. Davon hat auch der Schenkende etwas.

Tester/Gratisproben

Wir haben unsere Lieblingsprodukte, wir wissen, was wir gerne benutzen. Tester sammeln wir gerne mit dem Gedanken, sie in den Ferien zu brauchen oder einfach nur schon wegen des Gedankens, mehr für unser Geld zu bekommen. Sei ehrlich zu dir selbst, benutzt du diese Pröbchen oder sammeln sie sich im Badezimmerschrank an?

Briefkasten/Newsletter

Das einfachste ist, wenn du gar nicht erst in Versuchung kommst. Bestelle Newsletter ab, kündige alle überflüssigen Mitgliedschaften, schicke Kataloge zurück und klebe ein 'Stopp-Werbung'-Schild an deinen Briefkasten.

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4) Übernimm die Kontrolle über den Zufluss an Dingen in dein Leben


Dies sind eine Menge Informationen aufs Mal gewesen. Nimm dir nicht zu viel auf einmal vor. Jeder kleine Schritt führt langfristig zu einer grossen Veränderung. Indem du nun weisst, wie du in Geschäften beeinflusst wirst, hast du schon mehr Kontrolle über deinen Konsum.

Und denke daran: Es geht nicht darum, dass du nun in absoluter Askese lebst. Gönne dir neue Dinge, aber steure bewusst den Zufluss an Dingen in dein Leben.

Dein Ziel sollte sein, dass du dich wohl fühlst mit deinem Konsumverhalten. Auch beim Einkaufen ist die Lösung wieder ‚lagom‘, was ‚nicht zu viel und nicht zu wenig, sondern genau richtig‘ bedeutet.


Ich wünsche dir viel Spass bei der Suche nach deinem persönlichen Lagom!

Nun geht es zur zweiten Hürde - lies hier, wie du dich gut um die Dinge kümmerst, die schon in deinem Leben sind.

 

Verwandle dich von der Chaosqueen zum Ordnungsprofi


Keine wandernden Ablagehäufchen, kein überfüllter Kopf, kein hektisches Suchen mehr.

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