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Befreie dich von der Last der Unordnung


Der Besitz erzeugt nicht nur Pflichten, er schafft so viele, dass eine Fülle davon Qual ist.

Oscar Wilde



Stell dir vor, du trittst zur Haustür herein, ziehst Mantel und Schuhe aus, stellst sie auf ein überschaubares Möbel. Du gehst direkt in die Küche. Nichts liegt im Weg, dem du ausweichen müsstest, nichts was schreit: 'Erledige mich endlich!'.


In der Küche erwartet dich eine leere Arbeitsplatte. Du kannst sofort beginnen, deine Tasse bereitstellen und Wasser aufsetzen. Der Tee ist fertig und du lässt dich mit einem Seufzen auf das Sofa nieder. Dein Lieblingsbuch liegt in Greifnähe.


Du schaust dich um, alles ist an seinem Platz, nichts zu versorgen, nichts zu erledigen, nichts 'was ist das überhaupt'.


Ein Leben ohne Unordnung ist einfach und leicht. Dein Besitz unterstützt dich, dein Zuhause entspannt dich, deine Sammlung erfüllt dich mit Freude.


Dies ist eine ideale Vorstellung. Meistens sieht es anders aus.

Sachen liegen im Weg und du musst nach allen Dingen suchen, wenn du sowieso gestresst bist. Beim Suchen entdeckst du plötzlich ein Lager, das du komplett vergessen und deshalb schon zig mal neu gekauft hast. Zuhause herrscht dicke Luft, ihr streitet euch oft, immer wirst du gefragt wo etwas ist, dein Kopf ist genauso voll wie dein Haus.


Wenn dir diese Beschreibung bekannt vorkommt, hast du einen unangenehmen Untermieter, den du schleunigst loswerden solltest: die Unordnung.




In diesem Beitrag erfährst du:




1) Was ist Unordnung überhaupt?


In ihrem Buch 'Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags' beschreibt Karen Kingston treffend: Wenn man nicht mehr von Gegenständen umgeben ist, sondern von Gerümpel, dann leide man an Unordnung.


Gerümpel ist blockierte Energie. Wenn man es schafft, das Gerümpel zu beseitigen, wird automatisch auch die Lebensenergie zurückkehren, weil das Hindernis aus dem Weg geschafft worden ist.


Im Englischen bedeutet Gerümpel 'clutter'. Dieses Wort leitet sich von 'clotter' ab, was 'Gerinnung' bedeutet. Ein wunderbares Sinnbild, nicht?

Nach Karen Kingston lässt sich einmal festgefahrene Energie nur noch schwer bewegen, sie ist zähflüssig geworden. Dies ist auch der Grund, weshalb wir selten ausmisten.


Es gibt vier Arten von Gerümpel

  • Zeugs, welches wir nicht mehr verwenden, noch mögen

  • Trödel, der unordentlich und unorganisiert ist

  • Schlichtweg zu viel auf zu engem Raum

  • Unfertiges und unerledigte Aufgaben


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2) Warum fällt Ordnung halten so schwer?


Es gibt viele Gründe, warum wir die Unordnung trotz ihrer Belastung dulden.

Einige der häufigsten habe ich hier beschrieben. Vielleicht erkennst du dich in einem der Beispiele wieder?

  • Was fest in uns programmiert ist, ist der Umgang mit Mangel. Zu wenig zu haben ist sich der Mensch historisch gewöhnt. In der heutigen Zeit ist jedoch gerade das Gegenteil der Fall. Wir in Westeuropa haben zu viel und dies ist komplett neu für uns Menschen. Wir müssen zuerst lernen, wie wir mit dem Überfluss umgehen.

  • Du willst eine grandiose Bäckerin sein, du willst ein talentierter Fussballer sein, du willst leidenschaftliche Künstlerin sein. Das Equipment besitzt du, doch du nutzt es nie. Würdest du die Dinge gehen lassen, müsstest du dir gleichzeitig eingestehen, dass du zu ungeduldig fürs Backen bist, zu faul für Fussball oder Malen schlichtweg gar nicht das ist, was dir Spass bereitet.

  • Du siehst eine Verpflichtung in den Dingen. Mit der Erbschaft oder auch kleineren Geschenken siehst du den Menschen vor dir. Du hast Angst, wenn du den Gegenstand gehen lässt, würdest du auch die Person gehen lassen.

  • Wenn du eine Traumvorstellung von etwas hast, willst du sie nicht gehen lassen. Zu gross wäre das Eingestehen des Scheiterns. Deshalb verschiebst du das Ausmisten auf 'irgendwann'.

  • Du glaubst mit Konsum Glück und andere guten Gefühle kaufen zu können. Diese Gefühle halten jedoch nur kurz an. So kommt immer mehr Zeugs in dein Leben.

  • Du bist schlichtweg überfordert von dem grossen Berg. Wo sollst du nur beginnen?


Passt eine der Beschreibungen auf dich? Fühlst du dich ertappt? Ignoriere dieses Gefühl nicht, lass es zu. Glaub mir, du bist nicht die Einzige, der es so geht.


Jeder von uns hat seine persönliche Unordnungsecke. Das ist normal und vollkommen in Ordnung. Sie darf einfach nicht überhand nehmen. Im nächsten Abschnitt beschreibe ich dir, was du alles gewinnst, wenn du es schaffst, dich mir deiner Unordnung zu beschäftigen und die verstockte Energie wieder fliessen kann.



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3) Was gewinnst du, wenn deine Unordnung verschwindet?


Mehr Platz

Nehmen wir das Offensichtliche zuerst. Je weniger Dinge wir haben, desto mehr Raum steht uns zur Verfügung. Oft denken wir, das Problem sei, dass wir nicht die richtige Aufbewahrungsart haben. Wir kaufen Boxen, Kommoden und Schränke, damit unsere Sachen ihren Platz haben und schränken uns dabei selbst immer mehr ein.


Weniger Dinge bedeuten mehr Raum für uns. Das ist Platz zum Bewegen, zum Atmen zum Sein.



Mehr Zeit

Wir verlieren nicht nur wertvolle Zeit beim Suchen nach Dingen, sondern auch in jedem Moment, wenn uns die Unordnung wieder im Weg ist- beim Putzen müssen wir die Dinge abstauben, pflegen, zur Seite rücken, wieder versorgen. Dinge liegen uns immer im Weg, bevor wir eine Tätigkeit erledigen können und wir müssen zuerst noch Platz dafür schaffen.


Wie viel weniger Geld müssten wir verdienen, ohne die Miete für den Abstellraum oder das Aussenlager?

Wenn wir weniger konsumieren, können wir von weniger Geld leben, was uns mehr Zeit für uns gibt.


Mehr Geld

Doppelkäufe, weil wir uns nicht mehr an das Lager erinnern, sind keine Seltenheit. Gutscheine und Geld können im Chaos ganz untergehen. Je unordentlicher ein Raum ist, desto schwieriger ist es, an die Dinge heranzukommen, welche wir wirklich brauchen. Beim Herauskramen geht viel leichter etwas kaputt, das wir dann neu kaufen müssen.


Um das ganze Gerümpel unterzubekommen, benötigen wir zusätzliche Boxen, mehr Regale, mehr Raumfläche, alles Dinge, die Geld kosten.


Mehr Energie

Besitz belastet, Anschaffung, Unterhalt, Pflege und auch die emotionale Bindung. All das saugt Lebensenergie und Aufmerksamkeit.


Durch das Loslassen von Altlasten wird der Kopf wieder frei für anderes. Auch wenn wir die Bilder der unliebsamen Bekanntschaften, die noch nicht ausgeräumten Umzugskisten oder die Zeitungsstapel nicht mehr bewusst wahrnehmen, unser Unterbewusstsein weiss, dass sie da sind.


Diese Störfaktoren werden ständig wahrgenommen und so wird die Unordnung zu einer chronischen Belastung für unseren Körper. Vielleicht sind wir öfters abgelenkt, unkonzentriert, mies drauf, nervös oder gestresst. Das sind alles Anzeichen, dass wir bewusst oder unbewusst an unserer Unordnung leiden.

Auch die hektischen Momente des gehetzen Suchens werden nicht mehr vorkommen. Diese Frustmomente und den Stress können wir mit Ordnung aus unserem Leben verbannen.


Ein gutes Gewissen und mehr Entscheidungsfreude

Was uns beim Ausmisten zögern lässt, ist nicht der Gegenstand an sich, sondern was er für uns bedeutet. Wir tragen oft eine emotional Bindung zu ihm mit, welche uns ein schlechtes Gewissen macht.


'Ich sollte diesen Knopf annähen, ich sollte die Jahreskarte für das Fitnessstudio mehr nutzen, ich muss die Zeitung lesen, die ich abonniert habe.' Befreien wir uns von diesen emotionalen Verpflichtungen verschwindet gleichzeitig unser schlechtes Gewissen.


Über weniger Dinge hat man einen einfacheren Überblick. Wenn jedes Ding seinen festen Platz hat und auch dort ist, ist der Kopf frei für anderes. Wer klarer sieht, kann schneller intuitive Entscheidungen treffen, ist kreativer und sieht mehr Möglichkeiten zum Handeln.



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4) Was hat Ordnung mit Lagom zu tun?


Lagom kommt aus dem Schwedischen und bedeutet 'nicht zu viel und nicht zu wenig, sondern genau richtig.'

Unordnung entsteht in den meisten Fällen, durch ein 'zu viel'.


Wenn du es schaffst wieder zu einem gesunden, für dich stimmenden Mass zu finden, gewinnst du Freiheit und Leichigkeit.


Anders als im Minimalismus, der oft an genaue Regeln geknüpft ist, lässt sich Lagom nicht an eine feste Zahl binden. Lagom kann für jeden etwas anderes bedeutet. Deine Bedürfnisse bestimmen dein persönliches Lagom.


Mit dem Aufräumen und Aussortieren von Dingen entdeckst du also nicht nur, was du alles hast, sondern was du eigentlich wirklich brauchst.

Nur durch diese Klarheit gelingt es dir langfristig Ordnung zu halten. Worauf wartest du?


Lebe mehr Lagom!


 

Verwandle dich von der Chaosqueen zum Ordnungsprofi


Keine wandernden Ablagehäufchen, kein überfüllter Kopf, kein hektisches Suchen mehr.

In meinem kostenlosen Newsletter erhältst du regelmässig Ansporn und Inputs, wie du dein Zuhause, deine Terminplanung und dein Inneres aufgeräumt und produktiv gestalten kannst.


 

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